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Gemeinschaftliches Trauerritual in Leipzig
Gemeinschaftliches Trauerritual in Leipzig

So., 04. Okt.

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non studio

Gemeinschaftliches Trauerritual in Leipzig

Es ist Zeit zu trauern. Dieser Abend öffnet einen Raum, den wir in der modernen westlichen Kultur so schmerzlich vermissen: einen gemeinschaftlichen Raum für Trauer und Ritual. Beides hält uns lebendig und kann uns tief berühren.

Zeit & Ort

04. Okt. 2026, 16:00 – 22:00

non studio, Karl-Rothe-Straße 11, 04105 Leipzig, Deutschland

Über die Veranstaltung

Niemand trauert allein

Ein gemeinschaftliches Trauerritual in Leipzig

Dieser Raum ist ausdrücklich für uns alle offen – queer, hetero, fragend oder jenseits solcher Begriffe.

Es ist Zeit, endlich zu trauern.


Dieser Abend eröffnet einen Raum, den wir in der modernen westlichen Kultur so schmerzlich vermissen: einen gemeinschaftlichen Raum für Trauer und Ritual. Beides hält uns lebendig und kann uns tief berühren.

„Niemand trauert allein“ – dieser Grundsatz ist Kern vieler Traditionen rund um Trauern und Sterben. In der weißen Mehrheitsgesellschaft ist Trauer oft etwas Privates geworden, manchmal sogar mit Scham belegt. Selbst auf Beerdigungen entschuldigen sich Trauernde manchmal für ihre Tränen. Viele glauben, sie müssten sie allein tragen oder höchstens im engsten vertrauten Kreis zeigen.


Doch Trauer ist eine geteilte menschliche Erfahrung.

Nicht gefühlte, nicht geteilte Trauer kann sich verhärten. Geteilte Trauer hingegen öffnet den Zugang zu Liebe, Verbundenheit und Lebendigkeit.


An diesem Abend darf  die Trauer, die wir jeweils in uns tragen, im Kreis gehalten und bezeugt werden. Jede Form von Trauer ist willkommen: um geliebte Menschen, verlorene Beziehungen, unerfüllte Hoffnungen, kollektive Wunden, zerstörte Lebensräume, um Gewalt, Entwurzelung oder um das, was in unserer Welt und in uns verloren gegangen ist.

Du musst damit nicht alleine sein.


Herkunft und Einbettung

Das Ritual, das ich in Leipzig anbiete, ist inspiriert durch die Arbeit von Sobonfu Somé und Malidoma Patrice Somé von den Dagara im heutigen Burkina Faso. Insbesondere von einem ihrer Schüler und Weggefährten Francis Weller, Psychotherapeut und Autor. Seine Bücher und Onlinekurse haben mich persönlich zur Trauerritualarbeit geführt und prägen mein Verständnis von kollektiver Trauer.


Meine Co-Leitung, Luise, hat maßgeblich von Elke Loepthin-Gewert vom Circlewise Institut gelernt, die wiederum viele Jahre von Sobonfu gelernt hat. Hier findest Du eine ausführliche Beschreibung von Elke über die Ursprünge ihrer Trauerarbeit.


Die grundlegende Form dieses Rituals ist inspiriert durch das Grief Ritual Collective in Berlin und die Trauerfeuer von Elke Loephtien-Gewert. Elke hat die Trauerfeuer in diesem Format selbst entwickelt aus der Kombination ihrer praktischen Erfahrung und zahlreichen Erkenntnissen aus der westlichen Wissenschaft und kultureller Elemente zu Begräbnisritualen in Europa. Das Kollektiv lernte die Praxis 2023 durch hüga hüga, die sie zuvor wiederum von Parneet Chohan vom Myzelium Projekt in Brandenburg kennengelernt hatte.


Der konkrete Ablauf dieses Abends ist eine Weiterentwicklung dieser Erfahrungen zusammen mit meiner Co-Leiterin, Luise.


Luise und ich haben uns entschieden, 10% der Einnahmen nach Abzug der Raummiete und Materialkosten an den RISE Fonds vom Circlewise Institut zu spenden. Dieser ermöglicht es BIPoC/Menschen mit Rassismuserfahrung und Trans*Personen eine kostenlose oder stark vergünstigte Teilnahme an dem Angebot von Circlewise. Wir verstehen diese Entscheidung als Beitrag zur Widergutmachung historischer und aktueller gesellschaftlicher Ungleichheit sowie als Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit dafür, wie viel wir indirekt von Sobonfu und Malidoma Patrice Somé lernen durften.

Außerdem vergeben wir 2 Freiplätze für BIPoC/Menschen mit Rassismuserfahrung. Schreibe dafür ohne weitere Erklärung in der Anmeldung, dass Du einen dieser Plätze in Anspruch nehmen möchtest.

 

Wenn du Fragen zur Herkunft oder zur Praxis hast, melde dich gern bei mir. Austausch, Feedback und Kritik sind hier essentiell, um gemeinsam eine gerechte, friedvolle Welt zu gestalten.



Bitte mitbringen

  • Einen Gegenstand, der mit deiner Trauer verbunden ist oder sie symbolisiert

  • Bequeme Kleidung oder Kleidung, die für dich in deiner Trauer eine Bedeutung hat

  • Einen kleinen Snack zum Teilen mit der Gruppe (vegetarisch)

  • Ein Tuch oder Schal, dass Dir Schutz und Gemütlichkeit vermitteln kann

  • Eine geschlossene Wasserflasche, die Du jederzeit bei Dir haben kannst

  • Stift und Papier, falls du dir etwas notieren möchtest

  • Alles, was du brauchst, um dich sicher und möglichst wohl im Raum zu fühlen


Wichtige Hinweise und Selbstverantwortung

Ein Grundprinzip dieses Ritualraums ist: Trauer hat viele Ausdrucksformen und alle sind willkommen.

Es kann sein, dass der Ausdruck der Trauer einer anderen Person dich berührt, herausfordert oder aktiviert. Wir werden achtsam miteinander umgehen und uns gegenseitig unterstützen.

Es gibt einen ruhigen Rückzugsraum, den du jederzeit nutzen kannst, wenn du eine Pause brauchst. Du kannst auch jemanden bitten, dich dorthin zu begleiten.


Das Ritual beinhaltet offene achtsam-spirituelle Elemente, die ich jeweils erläutere. Sie laden zum Beobachten und zum Ausprobieren ein. Ich bin kein Fan von aufgeblasener oder übergestülpter Esoterik. Du musst keines dieser Elemente für Dich übernehmen oder mitmachen. Du kannst sie jederzeit anpassen oder weglassen. Du bist mit deiner Weltsicht genauso wie du sie erlebst, herzlich willkommen. Diese Elemente dienen vor allem dazu, uns daran zu erinnern, dass wir als Menschen eingebunden sind in ein größeres Netz des Lebens. Außerdem können sie es uns erleichtern den Verstand ruhen und uns auf seelicher Ebene berühren zu lassen.

Melde dich gern, wenn du dazu vorab Fragen hast.


Dieses Ritual ist für Menschen gedacht, die sich innerlich ausreichend stabil fühlen. Wenn deine Trauer sehr frisch ist oder sich im Moment überwältigend anfühlt, kann eine Einzelbegleitung oder ein längerer, intensiver gehaltener Rahmen zunächst sinnvoller sein.


Ich bitte alle Teilnehmenden, vor und nach dem Ritual gut für sich zu sorgen und unterstützende Begleitung einzuplanen, zum Beispiel ein Gespräch mit einer vertrauten Person, therapeutische Anbindung oder eine eigene stabilisierende Praxis. Das kann Zeit in der Natur oder mit Tieren sein, Gespräche mit vertrauten Menschen, Bewegung, Yoga oder Meditation, Gebet, kreativer Ausdruck wie Schreiben oder Zeichnen, Musik, Tanz, unterstützende Gruppen, inspirierende Podcasts oder Lektüre, oder andere Formen bewusster Selbstfürsorge.

 

Dies ist KEIN therapeutischer Raum! Wenn Du in einer akuten psychischen Krise bist, kannst Du hier Hilfe erhalten:

Telefonseelsorge (kostenlos, 24/7 erreichbar, auch anonym)

0800 1110111 (Erwachsene)

0800 1110333 (für Kinder & Jugendliche)

Notruf: 112

Psychatrischer Notfalldienst:

0341 9724304

im Universitätsklinikum Leipzig,

Semmelweisstr. 10

Haus 13

04103 Leipzig

auch über die Notaufnahme erreichbar

 

Weitere Details, zum Ablauf der Veranstaltung findest du weiter unten.

Wenn du unsicher bist, ob dieses Ritual im Moment das Richtige für dich ist, melde dich gern bei mir.


Das Team

Ich halte das Ritual nicht allein, sondern gemeinsam mit Luise, die mich als Referentin & Co-Leitung unterstützen wird.

Außerdem werden wir von Musiker*innen begleitet, die uns während des Rituals einen unterstützenden Klangteppich bereitstellen.


Ich freue mich auf das gemeinsame Gestalten.


Barrieresensibilität

Mir ist es wichtig, diesen Raum möglichst barrierebewusst zu gestalten. Melde Dich gerne, wenn Du Barrieren oder Herausforderungen erlebst oder vermutest. Dann können wir gemeinsam herausfinden, wie eine Teilnahme möglich ist.

Der Raum ist über einzelne kleinere Stufen im Erdgeschoss erreichbar. Es gibt kein rollstuhlgerechtes WC.

Während des Rituals kann es zu einer erhöhten Geräuschkulisse kommen. Dazu gibt es einen separaten, ruhigeren Rückzugsraum, der Dir die ganze Zeit offen steht. Bring Dir gerne außerdem Ohrstöpsel mit.

Das Ritual wird auf Deutsch stattfinden. Eine Flüsterübersetzung auf Englisch ist möglich. Die einzelnen Übungen und das Trauern kann in jeder Sprache stattfinden.


Absagen

Zu wissen, wie viele Menschen teilnehmen, hilft bei der Vorbereitung und ermöglicht es, Personen von der Warteliste nachrücken zu lassen.

Falls du angemeldet bist und doch nicht kommen kannst, gib bitte so früh wie möglich Bescheid.

Wenn Du nach dem 27.9. absagst, stelle ich Dir eine Ausfallgebühr von 25€ zur Überweisung in Rechnung.


Kosten

Luise und ich machen diese Arbeit aus der Überzeugung heraus, dass Trauern in Gemeinschaft uns darin unterstützt, dem Leben voll und ganz zu begegnen, uns für einander einzusetzen und diese Welt positiv zu beeinflussen. In unserer Utopie wären wir so getragen in Gemeinschaft, dass wir Rituale ohne finanzielle Gegenleistung stattfinden lassen können. In dieser Utopie leben wir allerdings derzeit nicht.


Die Kosten orientieren sich deshalb daran, wie viel du geben kannst. Wenn du mehr geben kannst, gib mehr. Wenn gerade nur weniger möglich ist, dann weniger.

Daher gibt es drei Preiskategorien:

Soli: 75€ - Regulär: 55€ - Ermäßigt: 35€

Bring den jeweiligen Betrag bitte passend in Bar zum Ritual mit.


Sollte der ermäßigte Betrag dein aktuelles Budget übersteigen, melde dich bitte bei mir und wir suchen gemeinsam nach einer passenden Lösung.

Geld soll niemanden daran hindern, in Gemeinschaft zu trauern.

Mehr zum Ablauf


Ankommen

Ab 16:00 Uhr hast du die Möglichkeit sanft im Raum anzukommen.

Um 16:30 Uhr schließen wir die Türen, damit wir gemeinsam pünktlich beginnen und den Abend in einem geschützten Rahmen halten können.

Bitte sei rechtzeitig da, wenn du am Ritual teilnehmen möchtest.


Vorbereiten und Einschwingen

Trauern braucht ein Gefühl der Sicherheit und Halt in der Gemeinschaft.  Daher  bereiten wir uns innerlich und äußerlich auf das bevorstehende Ritual vor. Dafür nutzen wir kleine Übungen und Mini-Rituale, dir wird der Ablauf des Rituals genau beschrieben und alle Fragen werden geklärt. Die Vorbereitung bietet den Raum miteinander anzukommen und einen ersten, sanften Kontakt zu deiner Trauer aufzunehmen.


Das Ritual (ca. 18:00-20:00 Uhr)

Nach einer kleinen Pause beginnt das eigentliche Ritual.

Das Ritual ist vorrangig non-verbal und besteht aus einem Bereich des der Gemeinschaft und einem Bereich an dem ein tieferes Eintauchen und Gehalten-sein in die eigene Trauer möglich ist.

Das Ritual ist ein körperkontakt-positiver Raum, da wir im Ausdruck unserer Trauer, nicht immer passende Worte finden. Es ist ein klar nicht-sexueller Raum. Konsens ist die Basis jeder Berührung. Jede Person kann zu jeder Zeit selbst entscheiden, ob und wie Berührung stimmig oder gewollt ist. Deine Grenzen werden respektiert und wir unterstützen dich dabei diese zu kommunizieren. Du bist genauso herzlich willkommen, wenn du keinerlei Berührung möchtest. Du kannst Deine Meinung jederzeit ändern.

Jede*r kann die Intensität der Erfahrung zu jeder Zeit steuern.


Ausklang und Abendessen (bis ca. 21:30 Uhr)

Wir werden den gemeinamen Rahmen zum Ende des Rituals schließen. Im Anschluss bist du herzlich eingeladen noch gemeinsam zu essen oder so noch gemeinsame Zeit zu verbringen. Dies kann uns unterstützen, uns  gemeinsam zu erden und sanft im Alltagsbewusstsein zu landen. Es bietet Raum für Austausch, Stille und ein geteiltes warmes Gefühl im Bauch, welches vielleicht nicht nur von der Speise kommt.

Vertraue Deinem System, was nach dem Ritual gut für dich ist. Es wird wissen, was du gerade brauchst.

Das Essen ist vegan und glutenfrei.


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